Hallo allerseits!
Am heutigen Tage möchte ich (im nüchternen Zustand) über Menschen schreiben.Menschen, die ein Auto besitzen.Diese Menschen haben wohl irgendwann mal in der Fahrschule gelernt, dass man je nach Witterung sehr vorsichtig und rücksichtsvoll fahren sollte.
Ein paar Jahre später, nach einigen absorbierten Abgasen, Giftstoffen und Cheeseburgern, ist davon jedoch nur noch ein rudimentärer Rest verblieben.Der besteht daraus, dass diese Helden der Strasse keine Fussgänger umnieten oder in Häuser fahren.Ansonsten scheinen sämtliche Regeln der, mehr oder weniger, zivilisierten StVO zwischen Wackeldackeln und Renault Clios zu verschwinden.
Wackeldackel? Renault Clio? Jawollja! Denn die Herrchen besagter Fahrzeugarten sind scheinbar der Meinung, dass man im Winter bei jeder Gelegenheit mit Vollgas fahren muss.Des weiteren wäre es ja ein Frevel, andere Verkehrsteilnehmer (und sei es Tante Frieda mit ihrem Rollator!) in Ruhe fahren zu lassen.Nein, diese schändliche Schleicherei im sturmtief “Daisy” muss ein Ende haben! Selbiges wird von heroischen Vollidioten vorangetrieben, die mit ihrer Stossstange 0,25 cm vom Vordermann entfernt einen Blechkuss anstreben.
Glücklicherweise gibt es gegen alles ein Gegenmittel, so auch hier.Die anhänglichen Limousinen die einem am Kofferraumschloss kleben sind recht leicht zu beruhigen.Sollten sie keine Leuchtschrift am Heck ihres Fahrzeugs besitzen (welche ein fröhliches “Fick dich!” auszudrücken vermag), sollten sie es wie Gandhi machen: passiver Wiederstand.
Fahren sie so langsam wie möglich, am besten ca. 0,5-0,7 km/h.Halten sie dieses Tempo die komplette Zeit, in der sich ein solcher Held der Strasse hinter ihnen befindet.Sollte besagter Held nicht wutschnaubend ihre Seitenscheibe einschlagen, sowie ihnen an die Gurgel gehen, haben sie alles richtig gemacht.Und selbst wenn er`s tut: Immer noch richtig.
Ein anderer, etwas kreativerer Weg, besteht in der Konfrontation.Ich persönlich habe die am heutigen Tage ausprobiert!
Da manch ein wohlbeleibter Insasse einer Luxuslimousine der Meinung ist, ihm gehöre die Strasse, kommt es gelegentlich zu Problemen.Anders als besagte Deppen verfügt dieses Exemplar nämlich über die neueste High-Tech Ausstattung, welche das sichere Fahren von 130 km/h im Schneesturm ermöglicht.Der vordermann jedoch, mag diese Ausstattung nicht haben (oder hat noch alle Latten am Zaun).So drängt der Fahrer des exklusiven Wagens fast immer zu schnellerem Fortkommen, mittels Lichthupe, normaler Hupe, etc.
Meine Wenigkeit reagiert bei solchen Herrschaften ein wenig direkt.Da die Fahrzeuge, mit denen ich mich auf die Strasse begebe, mindestens 1,7 mm Stahl in ihrer Karosserie beherbergen, kann ich in aller Ruhe abbremsen.Zum Stillstand.Auf offener Strasse.
Sollte man dann noch aussteigen und an den nervtötenden Fettsack hinterm lederbezogenen Steuer ein paar Worte der Mahnung (”fahr langsam, Granataseckel,liadricher!Ich hau`dr e baar in`d Fress wenn selles nommol passiert, hosch ghert?!) richten, so kann man sich gewiss sein, dass besagter Fahrer etwas gelernt hat.
Und die Moral von der Geschicht: Fahren kann man- oder nicht!